Ich möchte zwölf handgeschriebene Briefe verschicken. An zwölf Menschen, denen ich etwas sagen möchte, das zwischen zwei WhatsApp-Nachrichten und einem Daumen-hoch-Emoji nicht besonders geil wäre.
Es werden keine großen Liebeserklärungen werden. Vielleicht wird es einfach ein ehrliches Danke. Eine Erinnerung, die nur zwei Menschen verstehen. Eine Entschuldigung, die längst überfällig ist. Ein „Cool, dass es dich gibt“. Oder ein paar Sätze darüber, warum jemand an einer bestimmten Stelle meines Lebens wichtig war, obwohl ich das damals vielleicht nie gesagt habe. Jeder Brief wird mit der Hand geschrieben. Nicht am Computer und anschließend mit einem Kugelschreiber unterschrieben, damit es irgendwie persönlicher aussieht. Nee. Nee. Richtig von Hand. Mit durchgestrichenen Wörtern, schiefen Zeilen und einer Handschrift, die spätestens ab der zweiten Seite leichte Ermüdungserscheinungen zeigt. Vielleicht sollte ich an Apothekerinnen und Apotheker schreiben. Ich kenne nur keine zwölf.
Dann kommt der Brief in einen Umschlag. Eine Briefmarke drauf. Adresse vorne. Absender hinten. Das ganze traditionelle Programm. Anschließend wird er tatsächlich verschickt. Nicht fotografiert und vorsichtshalber schon einmal per Nachricht angekündigt. Nicht mit den Worten: „Da kommt demnächst noch etwas von mir.“ Und vor allem nicht drei Wochen auf irgendeiner Ablage liegen gelassen, weil der letzte Satz noch nicht vollkommen klingt.
Der letzte Satz muss nicht vollkommen sein. Er muss nur ehrlich sein.
Zwölf Menschen. Zwölf Briefe. Einer pro Monat.
Nicht irgendwann im Laufe des Jahres. Jeden Monat einer.





